Chinesisches Neujahr in Amsterdam

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An einem Wochenende Mitte Februar machte sich eine Gruppe von Sinologiestudierenden auf den Weg über die deutsch-holländische Grenze, um das traditionelle chinesische Neujahr im chinesischen Teil Amsterdams zu feiern.

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So kamen wir in den Genuss, neben der traditionell chinesischen Kultur auch die holländische ein bisschen besser kennenzulernen, die Ruhe der „Silence“-Abteile in der Bahn zu bewundern, in Second-Hand-Läden nach neuen Outfits zu stöbern und das Amsterdamer Nachtleben zu genießen. Ebenfalls auf dem Programm standen natürlich chinesisches Essen, das Kaufen von Souveniers, das Bestaunen von traditionellen Drachentänzen und einige vorsichtige Versuche, das eigene Chinesisch aufzubessern.

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Liebe Teilnehmer, wir hoffen, dass ihr genauso viel Spaß bei unserer ersten kleinen Auslandsreise hattet wie wir und freuen uns schon auf die nächste Aktion mit euch!

 

Hier der ausführlichere Bericht aus unserem Newsletter:

Chinesisch auf Niederländisch
Sie klang ein bisschen wie ein Versprecher. Die niederländische, höfliche Aufforderung einer Mitfahrerin, leiser zu sprechen – wir säßen schließlich im „stilte“(dt.: Stille)-Abteil des Zuges.
Auch die kurzen Antworten der Supermarktkassiererin auf Holländisch erinnerten daran. Schon diese kleinen Konversationen riefen uns ins Gedächtnis, dass wir fremd sind. Im Gegensatz dazu fühlten wir uns dann in Chinatown wie zu Hause. Fast jedenfalls.

Über das chinesische Neujahr (Sonntag, 10.02.13) hat die Fachschaft Sinologie eine Fahrt nach Amsterdam organisiert, um die dortigen chinesischen Feierlichkeiten zu bestaunen. 18 Studenten konnten sich ein Bild davon machen, wie ein „Chinatown“ in Europa aussehen kann. Schnell entstand auf dem Weg vom Bahnhof zum Hostel in unseren Köpfen eine Liste mit Prioritäten und einer sporadischen Route, wohin es später gehen sollte.

Am Sonntagmorgen ging es zu einem der großen Einkaufszentren Amsterdams. Um zwölf Uhr startete das Programm: Drachentänze begrüßten die Zuschauer, die sich vor dem Gebäude drängten. Eine auf Stelzen wandelnde Heldin schritt mit ihrem flügelähnlichen Riesenfächer in der Eingangshalle herum. Begleitet wurde sie von zwei chinesischen Kriegern, von denen einer eine mobile Musikanlage, aus der heroische, asiatische Musik drang, trug. Einige in rot gekleidete Damen verteilten die bekannten Hongbaos (红包) an Besucher. Darin befanden sich ein Zettel mit einer Beschreibung der Tradition und eine glückverheißende Münze. Ein Kalligraph schrieb den Besuchern auf Nachfrage ihren Namen auf Chinesisch auf dickes Papier. Es wurde gesungen und auf drei chinesischen Harfen gespielt.
Der Besuch im Tempel war der spirituelle Höhepunkt. War der religiöse Ort doch sehr funktional und wenig prunkvoll eingerichtet, so haben wir die anhaltende Ruhe und das Dach über dem Kopf als eine wohltuende Pause im anhaltenden Schneeregen empfunden. In den von uns besuchten China-Restaurants, in denen das Essen weit chinesischer ist als in vielen asiatischen Lokalen Deutschlands, wurden Sprachbarrieren durchbrochen und das bisher Gelernte ausgetestet.
Das vielfältige Kulturprogramm half uns, uns mit dem fernen China zu verbinden. Das Wochenende hat sich gelohnt, es war sehr chinesisch. Chinesisch auf Niederländisch. (von Kolja Quackernack)